Um was geht es?
Arbeit reicht nicht immer zum Leben: In der Schweiz waren 2021 157’000 Personen – oder 4.2% aller Erwerbstätigen – von Armut betroffen. Sie zählen zu den so genannten „Working Poor“. Besonders betroffen sind Personen in Einelternhaushalten und ohne nachobligatorische Ausbildung.
Die Auseinandersetzung mit dem Thema Working Poor ist auch für das glp lab von hoher Relevanz, denn die Existenz von Erwerbsarmut widerspricht einer Kernidee des Liberalismus, nämlich, dass sich Leistung lohnen soll. Erwerbsarmut gefährdet nicht nur den sozialen Zusammenhalt. Sie belastet auch die öffentlichen Finanzen.
Es gibt keine einfachen Rezepte, um das Problem der Erwerbsarmut von heute auf morgen zu lösen. Dieses Policy Paper soll einen ersten Schritt machen und Handlungsempfehlungen formulieren, wo die Schweizer Politik ansetzen könnte.
Darauf bauen wir.
Für die Entwicklung der Handlungsempfehlungen stützen wir uns auf folgende Prinzipien:
- Anreize zu Erwerbsarbeit sollen erhalten bleiben
- Staatliche Leistungen für Betroffene sollen stärker individualisiert werden
- Bürokratische Hürden für Betroffene sollen gesenkt werden
- Es soll gezielt in Bildung investiert werden
- Investitionen sollen dort ansetzen, wo der Hebel am grössten ist
